Wenn Sie zum falschen Zeitpunkt anlegen – Eine Fallstudie

Profitabel Geld anlegen will jeder! Leider machen viele Anleger stets die gleichen Fehler. Damit Sie diese Fehler nicht machen, haben wir für Sie eine umfangreiche Fallstudie. Sie wird Ihnen aufzeigen, was genau passiert, wenn Sie zum falschen Zeitpunkt anlegen.

Paul ist die Hauptperson dieser Fallstudie und ist wohl der Anleger mit dem schlechtesten Zeitgefühl der Welt. Begeben Sie sich nun auf eine Reise durch Pauls Leben und erfahren Sie, was er alles falsch gemacht hat.

Paul ist die Hauptperson dieser Fallstudie und ist wohl der Anleger mit dem schlechtesten Zeitgefühl der Welt. Begeben Sie sich nun auf eine Reise durch Pauls Leben und erfahren Sie, was er alles falsch gemacht hat.  

Pauls Karriere beginnt 1970 im Alter von 22 Jahren. Er ist ein Mensch, der gewissenhaft plant und spart. Er nimmt sich also vor, jedes Jahr 2.000 € zu sparen und diese Sparrate bis zu seiner Rente 2014 alle 10 Jahre um 2.000 € aufzustocken (also 4.000 €/Jahr in den 80-ern, 6.000 €/Jahr in den 90-ern und schließlich 8.000 €/Jahr bis zur Rente). Er fängt also an jährlich 2.000€ zu sparen, bis er Ende 1972 6.000 € auf dem Konto zusammen hat.

Geldanlage – Eine Fallstudie  

Pauls Problem als Investor ist, dass er Angst hat anzulegen und sich immer erst nach langen Börsenhoch-Phasen traut, sein Geld zu investieren.

Ende 1972 ist er erstmals so weit und steckt sein Geld in einen Indexfonds auf den Dax (Ich weiß, 1972 gab es noch keine Indexfonds, aber lassen Sie uns so tun… sehen Sie hierzu auch die Hinweise zu meinen Annahmen am Ende des Textes). Von 1973-74 bricht der Markt um 20 % ein, Paul hatte im Grunde sein Geld auf dem Höchststand, direkt vor dem Crash angelegt.

Paul hat allerdings eine rettende Eigenschaft. Wenn er einmal angelegt hat, verkauft er seine Anteile nicht mehr. Er hat zu viel Angst, er könne beim Verkauf genauso daneben liegen, wie beim Kauf. Seine Käufe behält er.

Diesen Entschluss sollten Sie sich merken, denn der ist stark.

Nach 1972 kann er sich lange nicht überwinden. Erst im August 1987 nach einem langen Bullen-Markt ist er wieder zur Anlage bereit. In 15 Jahren des Sparens hat er 46.000 € zusammen. Er steckt sie wieder in seinen DAX-Indexfonds und erwischt wieder genau den Höchststand kurz vor dem Crash.

1987 bricht der Markt, nachdem Paul seine Indexfondsanteile gekauft hat, in kurzer Zeit um 44 % ein. Paul hat wirklich kein Zeitgefühl, also hält er wieder an seinen Anteilen fest, wie schon beim ersten Mal.

Es dauert bis 1999, als die Märkte im Zug der Technologieblase wirklich enorm nach oben getrieben worden sind, bis Paul wieder genug Zutrauen gewonnen hat, um sein Erspartes erneut in Aktien zu investieren. Er hat wieder 68.000 € zusammen. Die investiert er im Dezember 1999 – genau vor dem nächsten Riesencrash, der mit minus 66 % bis 2002 geht.

Investition vor der Rente

Gebrannt von diesen Erfahrungen beschließt Paul, vor der Rente nur noch ein letztes Mal zu investieren. Seine letzte Anlage tätigt er Oktober 2007 als er für 64.000 €, die er seit 2000 wieder zusammengespart hat, seinen DAX-Indexfonds kauft. Damit, direkt vor der Finanzkrise mit einem Crash von Minus 55 %, rundet er seine Serie grauenvoll gewählter Anlagezeitpunkte ab.

Nach der Finanzkrise spart Paul nur noch auf dem Bankkonto. Seine einmal gekauften Investmentfondsanteile behält er jedoch. Zusammengefasst hat Paul somit das schlechtmöglichste Zeitgefühl bewiesen und konsequent nur zu Höchstkursen vor Crashs angelegt. Seine Entscheidungen im Überblick:

Sein Glück ist, dass er sich nie von seinen einmal gekauften Indexfondsanteilen trennte. Wenn er auch beim Kaufzeitpunkt daneben lag, so hielt er sein Aktieninvestment sowohl in der Baisse 1973-74 als auch nach dem schwarzen Montag 1987, dem Platzen der Technologie-Blase 2000 oder der Finanzkrise 2007-09 durch. Er verkaufte keine einzige seiner Aktien.

Nun, wie steht er heute da?

Obwohl er stets zum Höchststand gekauft hat, ging er trotzdem fast als Millionär in Rente, mit heute 860.000 €!

Wie kann das sein, fragt man sich?

Erstens hat Paul sein Sparprogramm, das er sich zuvor überlegt hatte, gewissenhaft durchgezogen. Kein einziges Mal hat er bei seinen Sparzielen gezaudert und stets den Sparbetrag, wie geplant erhöht. Zweitens ließ er seinen Anlagen über 40 Jahre Zeit Zins und Zinseszins zu erwirtschaften, indem er investiert blieb und nicht zwischendurch verkaufte. Er gab seiner Investition sozusagen eine wirklich lange Startbahn zum Abheben.

Gemessen in Stress kostete es ihn einen hohen Preis, die gigantischen Verluste zu sehen und trotzdem bei seiner langfristigen Perspektive zu bleiben. Doch ich stelle mir Paul eher so vor, dass er einfach die jährlichen Depotauszüge nicht groß beachtete. Er zog sein Sparprogramm durch und rührte sich ansonsten nicht.

Und schließlich hatte er, mit einem einzigen Indexfonds mit minimalen Kosten, ein sehr einfaches und kostengünstiges Anlagekonzept.

Selbstverständlich ist Pauls Geschichte eine Übertreibung zu Anschauungszwecken. Ich würde niemandem ein Anlageportfolio empfehlen, das zu 100 % aus Aktien eines einzelnen Marktes, wie dem DAX besteht, es sei denn er hat ein extrem hohes Risikobedürfnis. Und selbst dann ist ein über die verschiedenen Märkte global ausgewogenes Portfolio mit einem vernünftigen regelmäßigen Rebalancing sinnvoller. Und hätte Paul einfach nur den Cost-Average Effekt genutzt und seine Sparraten kontinuierlich quartalsweise angelegt, statt immer auf den besten Zeitpunkt zu warten, wäre er deutlich besser gefahren (über 1,8 Mio. €).

Doch dann wäre er ja nicht der Anleger mit dem schlechtesten Zeitgefühl der Welt.

Was können Sie aus dieser Fallstudie für Ihr Anlageverhalten lernen?

  • Auch wenn die Anlagefehler nicht zu vermeiden sind, sollten Sie stets optimistisch bleiben und nicht zur Negativität neiden! Denken Sie langfristig und Sie werden belohnt!
  • Finanzielle Verluste zwischendurch sind normale. Achten Sie darauf, wie Sie damit umgehen, denn dies ist der größte Einflussfaktor auf die Wertentwicklung Ihrer Geldanlage.
  • Sparen Sie mehr, denken Sie langfristig und geben Sie der Anlage genügend Zeit zur Werteentwicklung und Entfaltung des Zinseszinseffekts.

Anleger haben es selber in der Hand. Treffen Sie die besten Entscheidungen für Ihren Anlageerfolg!

Falls Sie zusätzlich Hilfe dabei brauchen, zögern Sie nicht uns anzusprechen!

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