Kaufen und vergessen


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Kaufen und vergessen – wie es richtig geht: Indexfonds

„Kaufen und vergessen“ wird heute zu unrecht verschmäht, denn es ist ein Ausdruck von Begeisterung und Optimismus für die finanzielle Zukunft, den Sie sich nicht fälschlicher Weise austreiben
lassen sollten.

Zum Aufwärmen begleiten Sie mich bitte bei folgendem Gedankenspiel: Gibt es zurzeit Unternehmen, die mit guten Produkten und Dienstleistungen wachsen und gute Gewinne machen? – Ja, selbstverständlich. Auch in der gerade schwierigen weltpolitischen und wirtschaftlichen Situation kommen einem eine ganze Reihe von Unternehmen in den Sinn und man kann sich vorstellen, dass es jede Menge davon rund um den Globus gibt. – Was meinen Sie: Wird es auch in 5 Jahren noch Unternehmen geben, die mit guten Produkten und Dienstleistungen wachsen und gutes Geld verdienen? –Natürlich! Warum nicht? – Und wenn das in 5 Jahren so ist, kann man dann erwarten, dass es in 10 Jahren Unternehmen geben wird, die mit guten Produkten und Dienstleistungen wachsen und gutes Geld verdienen? – Na klar! Also wir können davon ausgehen, dass es immer Firmen geben wird, die erfolgreich wachsen und Geld verdienen. Das ist großartig, denn das bedeutet, dass man als Aktionär dieser Firmen auch immer eine gute Rendite erhalten wird!

ABER… und jetzt kommt der große Einwand: Das sind ja nicht alle Unternehmen. Viele gehen auch pleite, vielleicht sogar im direkten Umfeld? Wie soll man denn wissen, von welchen Firmen man die Aktien kaufen soll?

Schon ist der ganze Optimismus futsch und wir blasen Trübsal, weil selbst „Witwen-und-Waisenpapiere nicht mehr funktionieren. Commerzbank, Deutsche Bank, RWE oder Telekom haben Wertverluste von über 90 % beschert. Deutsche Babcock, Karstadt oder Kaufhof sind gar ganz verschwunden. Kaufen und vergessen mit diesen Firmen wäre ein Desaster. Zum Glück führt uns der Indexfonds aus diesem Jammertal. Oft wird er falsch verstanden als reine Streuung. Nach dem Prinzip: Wenn ich den Vogel mit der Kugel nicht treffe, nehme ich halt die Schrotflinte. Wäre ein Indexfonds
nur das, würde er zwar die Chancen auf die richtigen Firmen erhöhen, genauso aber die Chancen, die Pleiten zu erwischen – oder um im Bild zu bleiben: neben dem Vogel würde ich auch den ganzen Baum zerfetzen und hätte nur Dreck und Arbeit. Tatsächlich ist der Indexfonds intelligenter. Es ist immer ein Filter – in der Regel nach Größe – und eher mit einem Netz zu vergleichen als mit einer Schrotflinte.

Betrachten Sie beispielsweise den DAX. Das ist ein Index mit folgender Definition: Liste der stets per September des Jahres 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Diese Liste ändert sich im Lauf der Zeit.

DAX 1988
Allianz BASF Bayer
Bay. Hypo- u. Wechselbank Bay. Vereinsbank BMW
Commerzbank Continental Daimler
Degussa Deutsche Bank Deutsche Babcock
Deutsche Lufthansa Dresdner Bank Feldmühle Nobel
Henkel Hoechst Karstadt
Kaufhof Linde MAN
Mannesmann Nixdorf RWE
Schering Siemens Thyssen
VEBA VIAG Volkswagen
DAX heute
Adidas Allianz BASF
Bayer Beiersdorf BMW
Commerzbank Continental Daimler
Deutsche Bank Deutsche Börse Deutsche Post
Deutsche Telekom E.ON (VEBA) Fresenius
Fresenius Med. Care Heidelberger Cem. Henkel
Infineon KTS Feldmühle Nobel
Henkel Hoechst Linde
Lufthansa Merck Muenchner Rück
RWE SAP Siemens
Thyssenkrupp Volkswagen VONOVIA

Heute sind im DAX nur noch die Hälfte der Unternehmen, die er vor 30 Jahren enthielt. Mit der Schrotflinte hätten wir 1988 Aktien der abgebildeten 30 Unternehmen geschossen. Bis heute hätten wir fast die Hälfte der Aktien durch Pleiten oder Übernahmen ersatzlos verloren. Mit einem Indexfonds auf den DAX hätten wir 1988 Aktien derselben 30 Unternehmen im Netz, wie mit der Schrotflinte.

Ein Anleger kommt zur Bank und möchte 1.000 Euro einzahlen:
„Was passiert, wenn die Bank pleite geht?“
„Dann ist immer noch die Bundesbank da.“
„Und wenn die Bundesbank pleite macht?“
„Dann ist immer noch die Regierung da.“
„Und wenn die Regierung pleite geht?“
„Das müsste Ihnen doch einen Tausender wert sein.“

Aber im Lauf der Jahre wären regelmäßig Unternehmen, die sich nicht so gut entwickelten, durch die Maschen gefallen und dafür andere, die dick und fett genug geworden sind, wären im Netz hängen geblieben. Wir hätten heute weiterhin Aktien von den 30 größten Unternehmen im Netz und keine einzige Pleite ertragen müssen, da diese Firmen immer schon vorher durch die Maschen gefallen sind.

Der Clou ist, dass ein guter Index immer nach oben offen ist, aber nach unten ausfiltert. So wird der Anleger Aktien von sich gut entwickelnden Unternehmen immer behalten. Aber es reicht, wenn eine Firma sich eine Weile schlechter als die anderen entwickelt, damit sie ausgetauscht werden kann. Das gibt dem Anleger viel Sicherheit und erspart ihm Schmerzen.

Ein Indexfonds ist wie ein Netz, das per Definition nie leer sein kann

Deshalb sind breit aufgestellte Indexfonds optimal für „kaufen und vergessen“. Die Gefahr, irgendwann enttäuscht feststellen zu müssen, dass alles weg ist, gibt es nicht.

Natürlich ändert das nichts daran, dass auch Indexfonds den Marktschwankungen unterliegen. Aber anders als bei einem Portfolio aus Einzeltiteln besteht die Gefahr nicht, ausgerechnet nur die Titel erwischt zu haben, die sich nicht wieder erholen werden.

Schlussfolgerungen

  • Unternehmen vergehen, aber Märkte bleiben bestehen.
  • Der Indexfonds ist die sicherste Art, nicht in Unternehmen sondern in Märkte zu investieren.

Wie überall gibt es auch beim Indexfonds einen großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Nicht jeder Indexfonds ist gleich gut und die Ergebnisse für den Anleger können sich stark unterscheiden. Doch das ist ein Thema für einen eigenen Newsletter, der demnächst folgt.

Rufen Sie uns an unter Rufen Sie uns gerne an!0211 – 61793 100 oder schreiben Sie uns an cdagg@brilliant.de, wir zeigen Ihnen wie Sie die Ruhe bewahren.

Den gesamten Artikel inkl. der aktuellen Anlageklassenrenditen können Sie sich hier auch als Pdf-Dokument herunterladen.

2018-04-19T18:35:18+00:00

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