Das 60:40 Verhältnis

Das 60:40 Verhältnis

Das Verhalten und die Einstellung eines Investors sind entscheidend für Erfolg oder Misserfolg im Kapitalmarkt. Zwei Extreme können für Investoren dabei zum Problem werden: Ein passiv-aggressives Verhalten und die Selbstüberschätzung.

Aber warum gründen diese beiden Extreme schneller in Problemen als gedacht und welche Rolle spielen dabei die Medien? Erfahren Sie jetzt mehr im heutigen Beitrag.

Der passiv-aggressive Investor

Das vorherrschende Verhalten von Investoren kann als passiv-aggressiv beschrieben werden. Passiv, weil viele Menschen zu lange mit ihrem vorhandenen Kapital nichts anfangen und es zum Beispiel schlicht auf ihrem Konto deponieren, wo es keine bzw. sehr geringe Zinsen generiert. Aggressiv meint in dem Fall: wenn sich dazu entschieden wird Kapital zu investieren, dann wird aggressiv versucht zu jedem Zeitpunkt eine hohe Rendite zu erzielen – ohne Rücksicht auf langfristige Änderungen.

In den meisten Fällen führt dieses Verhalten nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Stattdessen bringt langfristiges und stetiges Investieren mehr Erfolg. Insbesondere für diejenigen, die sich gerade erst im Markt ausprobieren. Eine Daumenregel ist hier: Weniger Aktion erzielt bessere Ergebnisse.

Wenn die Medien in unseren Kopf kommen

Ein großes Problem für Investoren können die Medien werden. Es liegt in der Natur des Menschen an Geschichten zu glauben, die uns plausibel vorkommen und bis zu einem gewissen Grad Komfort spenden. Die Wenigsten handeln aufgrund von Zahlen und Fakten.

Das Problem hierbei ist, dass dies oft unterbewusst passiert. Oft wird ein Artikel in einer Zeitung oder im Internet gelesen und ohne Überprüfung für wahr befürwortet. Wir verstehen diesen Artikel und erachten ihn deshalb als plausibel. In diesem Moment fangen wir an, an den Inhalt zu glauben – unabhängig davon, ob dieser richtig oder falsch ist. Wir vertrauen darauf, werden selbstsicher – fast schon über-optimistisch – und handeln in einem Wissen, in dem wir vermeintlich zu Experten geworden sind. Genau jetzt entsteht eine Neigung zur Selbstüberschätzung, die im Kapitalmarkt fehl am Platz ist.

Das Problemkind: Selbstüberschätzung

Selbstüberschätzung führt im Kapitalmarkt dazu, dass wir glauben zu wissen, was als nächstes passiert bzw. wohin der Trend geht. Fakt ist aber, dass wir es nicht wissen. Trends mögen zu erkennen sein, doch liegt für die meisten die Schwierigkeit liegt darin, sich nicht von fallenden, steigenden Kurse oder anderen vermeintlich wichtigen Informationen der Medien beeinflussen zu lassen.

Das 60:40 Verhältnis

Welche Auswirkung das genau für Investoren hat, kann an dem 60:40 Verhältnis näher erklärt werden. Ein Experiment, dass die Entscheidungssicherheit von Tauben untersucht hat. Hierbei bekamen Tauben in 60% der Fälle Futter, wenn sie ein grünes Licht berührten. Tippten sie ein rotes Licht an, wurde nur in 40% der Fälle Futter gegeben. Das Ergebnis: Die Tauben betrieben tatsächlich eine Art der Wahrscheinlichkeitsanpassung. Sie tippten das grüne Licht in 60% der Fälle und das rote Licht in 40% der Fälle an. Smart? Nicht ganz, die logische Entscheidung wäre hier, immer das grüne Licht anzutippen, um 100%ig Erfolgschance auf Futter zu haben.

Dieses Experiment lässt sich auch auf den Menschen und den Kapitalmarkt übertragen. Tatsächlich steigt der Markt in 60% der Fälle und sinkt in 40% der Fälle. Auch hier fällt auf, dass viele Menschen Wahrscheinlichkeitsanpassung betreiben, mal wird investiert, mal zieht sich der Investor wieder zurück. Dabei sind die Medien oft der Grund einer Verhaltensänderung. Je extremer die entstandene Selbstüberschätzung, desto eher ähnelt das Verhalten eines Investors dem einer Achterbahn.

Wer beginnt, sich stärker mit dem Kapitalmarkt zu beschäftigen, der sollte sich zwei Dinge zu Herzen nehmen: Weder ein passiv-aggressives Verhalten noch eine Selbstüberschätzung sorgen für maximalen Erfolg. Dieser rührt zumeist aus konstanten Investitionen, die auch bei aktuellen Medienereignissen unbeeinflusst bleiben.

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