Behavioral Finance: Den Ankereffekt nutzen und verstehen

Wer die psychologischen Effekte beim Anlegen und Investieren verstehen möchte, kommt um den Ankereffekt nicht herum. Wie bei anderen Denkfehlern des Menschen führt auch diese kognitive Falle unter Umständen zu dieser Folge: Eine Entscheidung wird nicht mehr nach rationalen, logischen Maßstäben bewertet.

Ankereffekt: Was ist das überhaupt?

Beim sogenannten Anker handelt es sich um eine bestimmte Information. Diese stammt entweder vom Betreffenden selbst oder wird ihr von einer anderen Person zugespielt. Es ist also zunächst nichts anderes, als die erste Information (oder Meinung) zu einem Thema, die wir erhalten haben. Ob erzählt, gelesen oder gehört, spielt dabei keine Rolle.

Im Investment-Bereich beschreibt das Anchoring & Adjustment eine ganz ähnliche Tendenz, wenn Investoren neuere, gegenläufige Informationen für sich relativieren. Die Betroffenen deuten diese neueren Informationen dann lieber zugunsten der ursprünglichen Entscheidung – ihrem Anker – um daran festzuhalten. Noch verrückter erscheint der Effekt, wenn dieser Anker nichts mit der wirklichen Entscheidung zu tun hat.

Der Anker in Action – Bewertungsniveau

Beim Bewertungsniveau von Aktien erscheint es unter Berücksichtigung des Ankers sinnvoll, sich nicht von fremden Einschätzungen oder Analysten abbringen zu lassen. Wenn die meisten Anleger durch neue Informationen in Panik verfallen und unter zum Teil großen Verluste verkaufen, können Sie neue Pakete zu günstigen Preisen erwerben. Wenn der Markt hingegen überhitzt erscheint und immer mehr Artikel zu neuen Rekordaussichten veröffentlicht werden, bleiben Sie hingegen ruhig und halten sich etwas zurück.

Vorsicht beim Nachahmen

Nicht jedes Modell sollte unüberlegt als Tatsache hingenommen werden. Inhalte können modelliert werden, bis sie die entsprechenden Werte aufzeigen – unter Einfluss des Ankereffekts. Untersuchungen belegten unlängst, dass selbst Experten dem Ankereffekt unterliegen, egal wie kompetent sie in einem bestimmten Bereich sind. Wiegen Sie Informationen also immer selbst ab, bevor Sie einer großen Masse nachahmen.

Der Investmentprozess

Natürlich sollten Sie neuartige Informationen nicht ignorieren, im Gegenteil. Es geht eben nur darum, die Relevanz adäquat zu überprüfen. Geschäftsberichte und die Prüfung des Managements geben in der Regel mehr nützliche Informationen als eine plötzliche Nachricht in der Zeitung her.

Struktur hilft, den Ankereffekt zu umgehen

Der Ankereffekt hat wohl jeden Anleger und Menschen bereits einmal getroffen. Dies stellt grundsätzlich noch kein Problem dar: Das Wissen um seinen Mechanismus hilft aber, ihn bei wichtigen finanziellen Entscheidungen zu umgehen. Am besten eignet sich tatsächlich ein strukturierter, konsequenter Investmentprozess, der Informationen im Hinblick auf ihre tatsächliche Relevanz prüft.

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