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Psychologie des Geldes

von
  • Finanzpsychologie

Wer sich mit der Psychologie des Geldes beschäftigt, stößt häufig auf scheinbar triviale, fast primitive menschliche Verhaltensweisen. All diese Effekte gelten als wissenschaftlich belegt und treten tatsächlich im Umgang mit Geld auf, so bemerkenswert dies auf den ersten Blick klingen mag.

Lernen Sie jetzt die bekanntesten Verhaltensweisen kennen.

Kompromisseffekt: die goldene Mitte

Beim Kompromisseffekt fanden Forscher heraus, dass Interessenten in der Regel zur durchschnittlichen Version eines bestimmten Artikels greifen. Das liegt an der sogenannten Verlustaversion. Luxusgegenstände besitzen die besten Eigenschaften, Nachteil ist jedoch der hohe Preis. Die Billigversion ist preislich super, hat aber die vermeintlich schlechtere Qualität. Da es menschlich ist, von der Verlustaversion begleitet zu werden, fällt unsere Wahl meistens auf den Kompromiss – das Angebot mittlerer Preisklasse.

Bestätigungsfehler

Der Preis als Placebo-Effekt: Tatsächlich sind Menschen von teureren Dingen in der Regel überzeugter als von günstigen Alternativen. Konkret bedeutet dies: Isst ein Feinschmecker den gleichen Käse und bezahlt er dafür einmal einen niedrigen und einmal einen hohen Preis, bewertet er Letzteren in der Regel besser. Hirnforscher konnten dabei sogar nachweisen, dass allein die Kosten für einen Artikel ein echtes Glücksgefühl in uns auslösen können. Damit scheint der Preis eine Art Placebo-Effekt zu besitzen.

Endowment-Effekt

Der Endowment-Effekt gilt als einer der größten Denkfehler des Menschen überhaupt. Dieser besagt, dass wir unsere eigenen Gegenstände wertvoller einschätzen, als sie es tatsächlich sind. Zum Marktwert addiert der Besitzer dann seinen eigenen, ideellen Wert dazu. Das führt im schlechtesten Fall zu unrealistischen Preisen im Verkauf, die keine Interessenten anlocken. Gerade bei einem Privatverkauf sollten Sie sich dabei von dem Gegenstand emotional distanzieren und den aufgerufenen Wert nach rationalen Maßstäben bewerten.

Hier einige weitere psychologische Fallen im Überblick:

  • Barzahler geben weniger aus: Tatsächlich reduziert das regelmäßige Zahlen mit Karte unsere Hemmschwelle, weil wir keinen realen Verlust des Geldes bemerken.
  • Sympathie entlockt Geld: Besonders Kellner profitieren häufig von unterbewussten Tricks wie Oberteilfarben, zufällige Berührungen oder Spiegelung der eigenen Körpersprache.
  • Freundschaft und Marktwirtschaft passt nicht: Wer bei der Freundschaftspflege auf Nummer sicher geht, bittet einen befreundeten Mechaniker besser nicht darum, bei ihm die Reifen zu wechseln. Schnell entsteht bei Gefallen, die mit dem Beruf desjenigen zu tun haben, das Gefühl, keine gerechte Entlohnung zu erhalten, nur weil er mit Ihnen befreundet ist.

Fazit: Wer die Tricks kennt, hat es leichter

All die vorgestellten Fallen und Fehler sind immer dann schwer zu umgehen, wenn Sie sich darüber nicht bewusst sind. Nun sollten Sie aber die entsprechenden Maßnahmen ergreifen können, um das nächste Mal gewappnet zu sein. Generell gilt: Erst nachdenken, dann Geld ausgeben.

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Blogautor Wolfgang Lohse, Brilliant Vermögensverwaltung Düsseldorf

Wolfgang Lohse

Ich bin seit 1989 in der unabhängigen Finanzberatung tätig und seit acht Jahren Senior Assetmanager der Brilliant Vermögensverwaltung für den Mittelstand GmbH. Als unabhängige Berater unterstützen wir Unternehmer und Privatpersonen bei der passenden Finanzplanung und verwalten ihre Geldanlagen damit ihre Vermögenspläne sich realisieren.

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